Vertrauen im Unternehmen

Woran Sie erkennen, dass es in Ihrem Unternehmen ein Vertrauensproblem gibt

Die Grundlage jeder erfolgreichen Beziehung ist Vertrauen. In Unternehmen ist Vertrauen ein zentraler Erfolgsfaktor, der sich darauf auswirkt, wie gut Mitarbeiter:innen zusammenarbeiten und wie engagiert sie sind.

Vertrauen aufzubauen, kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Es zu zerstören, geht hingegen sehr schnell. Wenn das Vertrauen der Mitarbeiter:innen in ihr Unternehmen oder ihre Führungskraft gestört ist, kann das zu sinkendem Engagement, geringerer Leistungsbereitschaft und Innovation sowie steigender Fluktuation führen. Somit ist Vertrauen kein "weicher", sondern ein wichtiger ökonomischer Faktor, der die Kommunikation in Unternehmen erleichtert und dazu beiträgt, Aufgaben schneller und effektiver bewältigen und dadurch Kosten zu sparen. Für Unternehmen ist es daher von entscheidender Bedeutung, frühzeitig die Anzeichen für Vertrauensprobleme zu erkennen und Maßnahmen für den Erhalt und die (Wieder-)Herstellung zu ergreifen.

Aber woran lässt sich überhaupt erkennen, dass das Vertrauen der Mitarbeiter:innen untereinander oder zu ihrer Führungskraft gestört ist? Wir haben für Sie sechs Anzeichen dafür zusammengestellt, dass das Vertrauen in Ihrem Unternehmen gestört sein könnte.

1. Mikromanagement

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Mikromanagement ist gerade unter Führungskräften immer noch ein häufiges Phänomen, das zu redundanten Kontrollstrukturen, zu viel Bürokratie und Ineffizienz beiträgt. Der zunächst vielleicht verständliche Reflex, die Kontrolle und alles im Überblick behalten zu wollen, löst bei Mitarbeiter:innen häufig den Eindruck aus, dass ihnen grundsätzlich nicht zugetraut wird, ihre Aufgaben eigenständig zu erledigen. Mikromanagement impliziert ein mangelndes Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter:innen, was sich im Gegenzug negativ auf das Vertrauen in die Führungskraft auswirkt. Das ständige sich kontrolliert fühlen, steigert die Angst davor, Fehler zu machen, löst zusätzlichen Stress bei den Mitarbeiter:innen aus, und führt oft zu sinkender Motivation. Beobachten Führungskräfte daraufhin eine gesunkene Leistungsbereitschaft, kann dies ihr Mikromanagement-Verhalten sogar noch verstärken. Ein Teufelskreis, der im schlimmsten Fall zu einer Kündigung führt.

2. Mangelnde Zusammenarbeit

Die Voraussetzung für erfolgreiche Zusammenarbeit im Team ist Vertrauen. Wenn Informationen nur im Mindestmaß oder gar nicht weitergegeben werden und Teams nicht ihre Ziele erreichen, liegt der Grund hierfür oft in mangelndem Vertrauen. Wenn Mitarbeiter:innen negative Konsequenzen befürchten, wenn sie sich mit eigenen Ideen einbringen oder ihre Meinung äußern – z.B. dass sie sich lächerlich machen oder abgelehnt werden könnten – oder davon ausgehen, dass andere Personen die Lorbeeren für ihre Leistung einheimsen könnten, werden sie nicht zusammenarbeiten. Schlechte Zusammenarbeit hemmt Innovation und kann damit drastische Folgen für Unternehmen haben.

3. Niedriges Engagement

Das Mitarbeiter:innen-Engagement wird meist in Mitarbeiter:innenumfragen erhoben und bezieht sich auf die Frage, wie sehr sich ein:e Mitarbeiter:in dem Unternehmen emotional verbunden fühlt. Dies steht in direktem Zusammenhang damit, wie sehr sich Mitarbeiter:innen mit ihren Talenten und ihrer Kreativität einbringen und mit ihrer Arbeit gute Ergebnisse für das Unternehmen erzielen wollen. Niedrige Engagement-Werte und mangelndes Interesse an neuen Initiativen sind ein starkes Zeichen dafür, dass es in einem Unternehmen ein Vertrauensproblem gibt.

4. Mitarbeiter:innen beteiligen sich nicht

Zeichnen sich Ihre Meetings durch einen regen Austausch aus oder spricht meist nur eine Person? Äußern Mitarbeiter:innen frei ihre Meinung, auch wenn sie der vorherrschenden Meinung widerspricht oder herrscht gerade bei kritischeren Themen oft Schweigen? Wenn Mitarbeiter:innen einander oder ihren Führungskräften nicht vertrauen, wagen sie es nicht, offen zu sprechen. Ehrliches Feedback, neue Perspektiven und konstruktive Kritik bleiben dadurch aus und das hemmt den kreativen Prozess und die persönliche Weiterentwicklung.

5. Mitarbeiter:innen hinterlassen nur positives Feedback

Alles ist immer super? Auch wenn es paradox klingen mag, so können ausschließlich positives Feedback und die ständige Zusicherung, dass alles in Ordnung sei, ebenfalls ein Anzeichen dafür sein, dass ein Vertrauensproblem besteht. Mitarbeiter:innen, die sich stets nur positiv äußern, haben vielleicht das Gefühl, dass ihnen nicht aufrichtig zugehört wird, ehrliche und negative Äußerungen nicht vertraulich behandelt und konstruktiv verarbeitet werden, sondern diese mitunter negativ auf sie zurückfallen und zu Diskriminierung führen. Ähnlich wie bei ausbleibendem Feedback kann dies die Innovationskraft eines Unternehmens schädlich treffen und zu einem toxischen Arbeitsumfeld beitragen.

6. Mitarbeiter:innen werden häufiger krank oder gehen

Mangelndes Vertrauen löst erhöhten psychischen Stress aus. Zeit und Energie gehen in Mikropolitik und zwischenmenschliche Konflikte, statt in neue Initiativen und Weiterentwicklung. Auch häufige Fehltage aufgrund von physischen Krankheiten und mentalen Belastungen können ein Zeichen für mangelndes Vertrauen im Unternehmen sein. Das wohl offensichtlichste Anzeichen für Misstrauen in einem Unternehmen ist eine hohe Fluktuation. Wenn Mitarbeiter:innen aufgrund mangelnden Vertrauens das Unternehmen verlassen, entstehen dadurch meist hohe Folgekosten. Zum einen verlässt mit einem oder einer Mitarbeiter:in häufig auch viel Wissen das Unternehmen, zum anderen kann das Recruiting und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen gerade in Zeiten des Fachkräftemangels viel Geld und Ressourcen verschlingen.

Haben Sie in Ihrem Unternehmen ein Vertrauensproblem identifiziert, gilt es zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, um dem Problem auf den Grund zu gehen und Vertrauen (wieder-)herzustellen. Führungspersonen tragen dabei eine besondere Verantwortung, gesunde und vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen, damit ihre Organisation erfolgreich sein kann.

Die gute Nachricht ist: Vertrauen zu fördern, kann man lernen. Zum Beispiel im Rahmen unserer Leadership Trainings und Leadership E-Learnings können Führungskräfte eigene Verhaltensweisen reflektieren und verändern mit dem Ziel, vertrauensvollere Beziehungen zu ihren Mitarbeiter:innen aufzubauen und somit die Zusammenarbeit und das Wohlbefinden aller zu stärken.

Sie haben ein Vertrauensproblem in Ihrem Unternehmen identifiziert und wünschen sich hierzu Beratung? Oder haben sie vielleicht grundsätzlich Interesse, mit uns zum Thema Vertrauen in den Austausch zu kommen? Dann melden Sie sich bei uns über unser Kontaktformular.

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